
Dieses Mal stand eine Fahrt nach Gjumri im Nordwesten Armeniens auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin wurde das Wetter zunehmend wechselhafter und ungemütlicher, da wir uns bergauf bewegten. Als Erstes besuchten wir die Kathedrale und Palastruine von Arutsch. Die Kathedrale wurde im 7. Jahrhundert errichtet und gilt als eine der größten Kirchen Armeniens. Direkt daneben wurde eine Palastanlage errichtet, von der heute allerdings wesentlich weniger zu sehen ist als von der Kirche. Dennoch kann man erahnen, wie beeindruckend das Ganze einmal ausgesehen haben muss.


Im Inneren


Der alte Friedhof

Blick von den Palastruinen auf die Kathedrale

Zwischen den Ruinen

Karawanserei bei Arutsch
Unsere nächste Station war das Städtchen Talin, wo es ebenfalls eine Kathedrale, eine Kirche und einen Friedhof zu sehen gab. Die Kathedrale wurde während zweier Erbeben teilweise zerstört. Besonders interessant für uns war es, einen armenischen Friedhof zu sehen, der noch genutzt wurde. Denn anders als in unseren Breiten werden dort die Bilder der Toten häufig in die Grabsteine gemeißelt. Außerdem findet man auf einigen Gräbern kleine Sitzgruppen, wo die Angehörigen in der Nähe ihrer verstorbenen Lieben ein Picknick abhalten können. Bemerkenswert ist auch die Diskrepanz zwischen den fast protzig wirkenden Gräbern und den teilweise recht einfach bis ärmlich wirkenden Häusern der Dorfbewohner.


Im Inneren

Der zerstörte Vorraum

Die Muttergotteskirche

Blick vom Friedhof auf die Kathedrale

Auch verstorbene Kinder werden in Stein gemeißelt


Gräber von Karabach-Kämpfern
Nach dem Mittagessen in Talin fuhren wir weiter nach Gjumri. Diese Stadt war eine der vom Erbeben 1988 am schwersten betroffenen Städte. Dabei ist bemerkenswert, dass fast alle Häuser, die vor der Sowjetzeit erbaut worden waren, stehen blieben, während die meisten der sowjetischen Bauwerke in sich zusammenfielen. Dies lag zum Teil auch daran, dass ohne Rücksicht auf die Erbebengefährdung im Norden Armeniens stur in Plattenbauweise gebaut wurde. Nicht zuletzt deshalb kamen so viele Menschen ums Leben. Inzwischen konnte man - auch dank der Hilfe aus dem Ausland - viele Schäden reparieren und auch neue erbebensichere Wohnhäuser bauen. Viele Bewohner der Stadt leben allerdings immer noch unter schlechten Bedingungen in Notunterkünften - wobei deren Lebensbedingungen sicher auch nicht schlechter sind als diejenigen der Armen anderswo im Land.


- heute beherbergt es das Museum für Volksarchitektur -

- während von dem Hotel aus Sowjetzeiten nur das Gerippe stehen blieb

Neue erdbebensichere Wohnhäuser...

... aber auch hier wohnen Menschen
















Gegen Abend waren wir wieder in Jerewan. Abendessen gab es im Restaurant "Arma", in einer Art Wintergarten in einem Hotel über den Dächern der Stadt.


Restaurant "Arma"

Abendrot über Jerewan
Fotos von uns
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