
Am Morgen ließ man uns etwas länger schlafen, Frühstück gab es erst um 10 Uhr. Ab 12 Uhr unternahmen wir zunächst eine Stadtrundfahrt durch Jerewan. Der erste Eindruck von der Stadt war positiv - die meisten von uns, die noch nicht dort gewesen waren, hatten sicher mit mehr sichtbarem Elend gerechnet. Dieses Elend gab es natürlich auch, und zwar nicht zuletzt direkt hinter dem Guesthouse:

Dennoch hatte man nicht den Eindruck, in einem Land zu sein, in dem so viele Menschen ohne geregeltes Einkommen auskommen müssen. Allerdings hat die Stadt viele ihrer schönen Seiten der Großzügigkeit der Auslandsarmenier zu verdanken, die entweder für öffentliche Projekte spenden oder direkt ihre Verwandten in Armenien unterstützen. Die Innenstadt unterscheidet sich in ihrer Modernität und Aktivität eigentlich nicht von einer Hauptstadt in Europa. Für Leute, die gerne mehrtägige Städtereisen unternehmen, ist Jerewan auf jeden Fall auch empfehlenswert.





Monument Park



Es wird viel gebaut...

... Wohnhäuser allerdings leider eher in den oberen Preisklassen

Das Geld für viele der guten Straßen wurde von Auslandsarmeniern gespendet



Monument Park

Ein armenischer Amerikaner hat ein Kunstzentrum gestiftet

Das Kunstzentrum

Die echten armenischen Männer sehen viel besser aus ;)

Die Mashtots Avenue

Die unvermeidlichen Ostblock-Plattenbauten gibt es natürlich auch hier
Gegen Mittag besuchten wir das Matenadaran-Institut, in dem alte Handschriften aus mehr als einem Jahrtausend lagern. Diese werden zum Teil ausgestellt und natürlich auch zu Forschungszwecken verwendet. Als wir gerade an der Auffahrt zum Museum aus dem Bus stiegen, erlebte Hermann erst einmal eine Riesenüberraschung: er wurde von einer älteren Dame angesprochen, die ihn als "Fotograf vom Südkurier" erkannte. Es stellte sich heraus, dass sie Dozentin am VHS-Heim in Inzigkofen, also in Hermanns Arbeitsgebiet, war und jedes Jahr mehrere Wochen in Jerewan verbrachte, um im Matenadaran bei der Restaurierung alter Bücher und Handschriften zu helfen. Das war natürlich einen Zeitungsartikel im Südkurier wert!


Eingangsbereich des Matenadaran

Museumsführung

In der Werkstatt (von links): Margret Jaschke, Gayane Eliazyan, Mitarbeiterin Susanna
Danach stand noch ein Besuch des Erebuni-Museums und der gleichnamigen Festung auf dem Programm.


Statue am Museum

Im Museum

Museumsführung in sehr gutem Deutsch
(leider haben wir den Namen der jungen Dame vergessen)






Ein fasziniertes Publikum

Blick von der Festung über Jerewan

Aufgang zur Festung




Wandmalereien

Jeden Tag gab es eine Andacht (meist allerdings im Bus)

"Coole" Jungs
Abends kehrten wir in einem Restaurant mit dem relativ langweiligen Namen "The Club", aber sehr interessantem Ambiente ein und konnten zum ersten Mal ein typisch armenisches 3-Gänge-Menü probieren, wie wir es von da an in der Regel mittags UND abends würden genießen dürfen: erst die Vorspeise in Form von Brot - unter anderem das typisch armenische "Lavasch", dazu später mehr - verschiedenen Sorten von Gemüse und einem leckeren Käse, der Ähnlichkeit mit dem griechischen Feta hatte, danach das Hauptgericht, das in der Regel aus Fleisch oder Fisch mit Beilagen bestand, und dann den Nachtisch meist in Form von Obst oder Kuchen. Allerdings musste man aufpassen, dass man sich nicht schon bei der leckeren Vorspeise hoffnungslos überaß. Jedenfalls hatte fast jeder von uns am Ende der Reise das Gefühl zugenommen zu haben ;)


Dieses Essen verschmäht keiner!
Fotos von uns
©2009 Hermann-Peter Steinmüller & Dr. Barbara Strohmenger
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